Hausschwamm

Schadensbild

HausschwammDer Echte Hausschwamm bildet als typischer Oberflächenpilz ein gut entwickeltes Oberflächenmycel (watteartiges Luftmycel), das bei Berührung oder Luftzug schnell zusammenfällt. Mycelhäute, die sich leicht vom Holz abziehen lassen und bis zu 1 cm dicke Mycelstränge, mit denen der Pilz Wasser über grössere Strecken transportieren kann. Der Echte Hausschwamm bildet häufig Fruchtkörper.

Die flachen Fruchtkörper sind rostbraun mit Sporen und einem weisslichem Zuwachsrand. Der Echte Hausschwamm gehört zu den Braunfäulen und entzieht dem Holz die Cellulose. Bei fortgeschrittenem Befall wird das Holz würfelartig gebrochen und lässt sich mit der Hand eindrücken.

Der ersten Wahrnehmung des Pilzes auf Oberflächen kann jahrelanges Wachstum in Hohlräumen vorangegangen sein.

Lebensweise

HausschwammDer Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz (am verbauten “Totholz”), er findet aber auch auf anderen organischen Materialien wie Textilien, Papier, Spanplatten, Stroh und Schilf gute Wachstumsvoraussetzungen.

Eichenholz ist kein gutes Substrat für den Pilz, es wird eher überwachsen. Die Gerbsäuren und andere Inhaltsstoffe wirken als natürliche Fungizide. Es kommt jedoch (selten) vor, dass sich an Eichenholztreppen (verdeckte Untersichten) Fruchtkörper ausbilden.

Der Pilz kann Mauerwerk, Putz und älteren Beton durchwachsen. Die Fruchtkörper finden sich oft auf Mauerwerk. Günstige Lebensbedingungen findet er bei 30 bis 50 % Holzfeuchtigkeit, er kann jedoch als einziger holzzerstörender Pilz auch Holz mit einer Feuchte von 20 % befallen, da er das dazu notwendige Wasser in seinen Strängen herantransportiert. In Deckenschüttungen (Fehlbodenschüttungen) wächst er im Verborgenem auch über längere Strecken (z. B. 10 m) auf trockenem Material, solange eine Wasserquelle verfügbar ist.

Bei sehr vitalem und grossflächigem Wachstum scheidet der Pilz Wassertropfen aus (Guttationstropfen). Diese “Tränen” (lateinisch: lacrima) gaben diesem Pilz seinen Namen, werden aber auch von anderen Pilzarten gebildet. Die optimale Wachstumstemperatur für den echten Hausschwamm liegt bei 18 bis 22°C.

Werden große Myzelgeflechte freigelegt und damit Licht und bewegter Frischluft ausgesetzt, kann der Pilz relativ schnell Spontanfruchtkörper ausbilden.

Bekämpfung

Die Bekämpfung ist zwingend durch ein autorisiertes Fachunternehmen (Sachkundige) durchzuführen. Die DIN 68 800, Teil 4 (Holzschutz im Hochbau, Bekämpfung von Befall durch Insekten und Pilze) in Verbindung mit dem WTA-Merkblatt – Der echte Hausschwamm – gibt Sanierungsempfehlungen. Die Überwachung dieser Arbeiten sollte ebenfalls durch einen “Sachkundigen” erfolgen.

Der Echte Hausschwamm ist der mit Abstand am schwierigsten zu bekämpfende holzzerstörende Pilz, da er auch relativ trockenes Holz befallen kann und auch Mauerwerk durchwächst. Umstritten ist, ob Luftzug das Wachstum unterbricht. Der Pilz braucht eine bestimmte, wenn auch geringe Feuchtezufuhr, dann wächst er jedoch manchmal sehr schnell, meist unerkannt und unbemerkt! Die Pilzreste können viele Jahrzehnte auch in trockenem Zustand überdauern. Die Sanierung muss mit einer Trockenlegung von Mauerwerk und Holzkonstruktion einhergehen und kann deshalb umfänglich werden. So müssen häufig befallene Holzteile in der Längsachse mit 1 Meter Sicherheitsabstand vom letzten erkennbaren Befall gesund geschnitten werden. Bei fortgeschrittenem Befall bleibt oft nur der Austausch der gesamten Holzkonstruktion.

Zudem ist auch (durchwachsenes) Mauerwerk sachgerecht zu sanieren. Hierbei ist es erforderlich den Putz abzuschlagen, die Fugen auszukratzen und das Mauerwerk abzuflammen. Zudem kommt noch die eigentliche chemische Schutzbehandlung. In der Regel reicht eine oberflächliche Behandlung nicht aus. Hier kommen sogenannte Injektageverfahren zur Anwendung. Dabei wird ein bauaufsichtlich zugelassenes Holzschutzmittel (Zulassung zur Bekämpfung von Hausschwamm im Mauerwerk) in das befallene Mauerwerk injiziert. Die Mittel durchdringen die Wand nicht vollständig. Deshalb ist zu prüfen, ob ggf. ein (Teil-)Abbruch des befallenen Mauerwerks möglich ist. Dies ist die sicherste Sanierungsvariante. Ist durch bauliche Massnahmen sichergestellt, dass das befallene Holz und das Mauerwerk trocknen und zukünftig auch trocken bleiben, kann der Sanierungsaufwand unter Anleitung eines Sachverständigen im Einzelfall auch reduziert werden.

Neu eingebautes Holz muss eventuell entsprechend DIN 68 800, Teil 3 vorbeugend imprägniert sein.